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Marcel Kiessling und Gerald Schubert

Erfolgsfaktoren – die Wachstumstreiber bei Schubert

Interview mit Gerald Schubert und Marcel Kiessling, dem neuen Mitglied der Schubert-Geschäftsführung

Seit diesem Sommer ist Marcel Kiessling als Geschäftsführer der Gerhard Schubert GmbH für den Kompetenzbereich Vertrieb, Service und Marketing und hat damit die Nachfolge von Gerald Schubert angetreten. In einem offenen Gespräch stellten sich beide den Fragen der Redaktion zum anstehenden Wechsel in der Führungsebene und über die Ziele und künftigen Herausforderungen des Unternehmens.

 

Gerald Schubert, wie kam es zu der Entscheidung für Marcel Kiessling als Ihr Nachfolger?
Gerald Schubert: Ich habe mich nach fast 30 Jahren Betriebszugehörigkeit dazu entschlossen, mich aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen und als Gesellschafter der Schubert-Gruppe künftig auf die beratende Funktion zu konzentrieren. Daher haben wir uns Anfang 2016 nach einem geeigneten Nachfolger umgeschaut. Im Juni haben wir dann Kontakt zu Marcel Kiessling aufgenommen. Nach mehreren Gesprächen war klar, dass er die perfekte Besetzung für diese Position ist.

Was waren am Ende die entscheidenden Kriterien?
Gerald Schubert: Am Ende hat das Bauchgefühl entschieden. Die Biografie von Marcel Kiessling hat natürlich gestimmt. Die Positionen, die er in den Jahrzehnten seiner erfolgreichen Laufbahn ausgefüllt hat, entsprachen exakt unseren Vorstellungen. Entscheidend war letztlich der persönliche Eindruck. Marcel Kiessling hat von allen Kandidaten am besten verstanden, wie wir hier in diesem familiengeführten Unternehmen ticken.

Nach Peter Gabriel ist Marcel Kiessling nun das zweite Mitglied der Geschäftsführung, das nicht den Namen Schubert trägt. Bedeutet das die langfristige Abkehr vom familiengeführten Unternehmen?
Gerald Schubert: Nein, wir halten auch künftig an der Philosophie des inhabergeführten Unternehmens fest. Mein Sohn Johannes und auch Peter, der Sohn von Ralf, sind ja schon bei Schubert eingetreten. Da passt die Konstellation mit externen Verantwortlichen ausgezeichnet, weil sie nicht zuletzt die nächste Generation auf ihre künftigen Aufgaben im Unternehmen vorbereiten können.

Was wird sich nun konkret mit Marcel Kiessling in der Geschäftsführung ändern?
Gerald Schubert: Grundsätzlich wird sich an der Art und Weise, wie wir das Unternehmen führen, nicht viel ändern. Der Fokus von Marcel Kiessling liegt auf dem Vertrieb und auf dem Service. Gerade im internationalen Service bringt er große Kompetenz mit, die wir hier bei Schubert sehr gut gebrauchen können.

Unser Anspruch: TLM-Anlagen bei einer Gesamtanlageneffizienz auf maximalem Niveau zu betreiben.

 

Herr Kiessling, welche Kriterien waren für Sie ausschlaggebend, die neue Herausforderung bei Schubert anzunehmen?
Marcel Kiessling: Schubert hat eine faszinierende Technologie entwickelt und ist Markt- und Innovationsführer. Ohne jeden Zweifel ist die Robotik einer der wichtigsten Schlüsseltechnologien für die Zukunft. Das sieht man gerade an der Diskussion über das Roboterunternehmen KUKA. Es ist reizvoll für einen solchen Branchenpionier zu arbeiten. Gleichzeitig hat mich insbesondere die Aufgabe begeistert, ein herausragendes Unternehmen bei seinen internationalen Wachstumsplänen in die Zukunft zu begleiten. Entscheidend war für mich am Ende die menschliche Ebene. Die Grundvoraussetzung dafür sind übereinstimmende Wertvorstellungen. Nur so lässt es sich vertrauensvoll zusammenarbeiten. Die Familie Schubert und Peter Gabriel haben mir schon einen ersten Eindruck von der offenen Unternehmenskultur vermittelt. Der hat sich auch in den ersten Wochen bestätigt, seit ich hier bin.

Sie waren zuletzt bei der Heidelberger Druckmaschinen AG als Vorstand tätig, einer Aktiengesellschaft mit rund11.000 Mitarbeitern. Worin liegt der Reiz nun für ein inhabergeführtes, mittelständisches Unternehmen zuarbeiten?
Marcel Kiessling: Die Größe des Unternehmens spielt keine Rolle. Es ist die Aufgabe an sich, die entscheidend ist. Im Gegensatz zur Druckmaschinenbranche bietet die Verpackungsindustrie ein weitaus größeres Wachstumspotential. Schubert agiert in diesem Markt stabil, erfolgreich und stark wachstumsorientiert. Ich freue mich, die weitere Internationalisierung des Unternehmens und den Ausbau des Services, den ich als wichtiges Element betrachte, mitzugestalten.

Marcel Kiessling, welches Knowhow bringen Sie für Ihre neuen Aufgaben mit? Wo sehen Sie eventuell auch Parallelen zwischen Heidelberger Druckmaschinen und Schubert?
Marcel Kiessling: Ich habe lange in einem Maschinenbauunternehmen gearbeitet, in dem marktführende Technologie ebenfalls eine große Rolle spielt. In dieser Zeit habe ich viele Innovationen erfolgreich auf den Markt gebracht und zudem weltweite Vertriebs- und Servicegesellschaften geleitet. Ich habe sechs Jahre in den USA gelebt und war auch viel in Asien unterwegs. Daher bringe ich sicher einige Erfahrung im internationalen Vertrieb und Service mit. Ich denke, ich kann gut verstehen, was Kunden erwarten, um als guter und verlässlicher Partner wahrgenommen zu werden. Da sehe ich ebenfalls Parallelen zwischen Schubert und meinem alten Arbeitgeber.

„Schubert wird auch in Zukunft die innovativsten Lösungen bauen. Dafür sorgen wir gemeinsam mit unseren kreativen Mitarbeitern.“ Gerald Schubert

 

Ist es nicht so, dass bei der Internationalisierung zunehmend Service-Aspekte ein ganz wichtiges Verkaufsargument sind?
Marcel Kiessling: Die Erwartung der Kunden an eine Schubert-Anlage ist, dass sie mit einer sehr hohen technischen Verfügbarkeit betrieben werden kann. Ebenso gilt es, die Gesamtanlageneffizienz konstant zu halten und möglichst auf ein maximales Niveau zu bringen. Das erwarten die Kunden hier in der Verpackungsbranche genauso wie in der Druckindustrie. Schubert ist bereits gut aufgestellt. Gleichzeitig können wir den Service noch weiter ausbauen.

Gerald Schubert: Ein wichtiges Thema beim Service ist die Digitalisierung. Maschinen werden immer komplexer. Gleichzeitig erleben wir, dass die Qualifikation der Mitarbeiter bei vielen Kunden, die die Maschinen bedienen und installieren, abnimmt. Durch die weitere Digitalisierung und Vernetzung wird es uns in Zukunft möglich sein, unsere Kunden auch in ihren Produktionsprozessen zu begleiten. Mit unserer digitalen Plattform, die wir gerade aufbauen, können wir künftig jederzeit den aktuellen Betriebsstatus der Maschine auch am anderen Ende der Welt mitverfolgen. Wir können Probleme erkennen, bevor sie entstehen und unsere Kunden über den gesamten Lebenszyklus der Maschinen noch besser begleiten.

Marcel Kiessling: Die neue technische Plattform von Schubert erlaubt sowohl die Vernetzung und gleichzeitig die Interaktion mit den Kunden. Dadurch werden wir besser und können unsere Kunden dabei unterstützen, ihre Prozesse und Produkte zu verbessern. Wir wachsen quasi gemeinsam. Genau das sehen wir als eine zentrale Aufgabe: Von jedem einzelnen Kunden und jeder Anwendung neu dazu zu lernen. Daran arbeiten wir.

„Neben Innovationskraft ist Service einer der Schlüssel für unser internationales Wachstum.“ Marcel Kiessling

 

Marcel Kiessling, was hat Sie nach Ihren ersten Wochen bei Schubert besonders beeindruckt oder auch überrascht?
Marcel Kiessling: Obwohl ich erst wenige Wochen für das Unternehmen tätig bin, haben mich besonders die offene und herzliche Aufnahme der Mitarbeiter beeindruckt. Egal ob in Crailsheim oder bei unseren internationalen Standorten in England und Amerika. Überrascht hat mich auch die starke Präsenz von Firmengründer Gerhard Schubert im Arbeitsalltag. Die Mitarbeiter haben die Kultur seines Innovationsgeistes übernommen. Sie sind ständig auf der Suche nach der nächsten, der noch besseren Lösung.

Sie kommen ursprünglich aus Heilbronn – also im weitesten Sinne hier aus der Region. Was schätzen Sie denn an der Mentalität der Menschen hier in der Region?
Marcel Kiessling: Es gibt im Schwäbischen den Spruch „Nicht schwätzen. Schaffen!“. Die Menschen hier in der Region und bei Schubert sind offen, ehrlich und bodenständig. Und sie arbeiten hart. Das schätze ich sehr. Mein Vorteil ist in jedem Fall: Ich verstehe den Dialekt.
Vielen Dank Herr Schubert und Herr Kiessling für das Gespräch.

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