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Flexibilität: Der entscheidende Wettbewerbsvorteil

Nach der erstmaligen Vorstellung der schaltschranklosen Verpackungsmaschine in Großbritannien auf der PPMA 2016 in Birmingham im September haben wir mit Mark Stepney, Managing Director Schubert UK Limited, gesprochen. Er erläuterte die Besonderheiten des britischen Marktes und sprach über zeitgemäße Innovation und die einzigartigen Vorteile der konsequent umgesetzten Modularität in den Maschinen.

 

Wie unterscheidet sich der britische Verpackungssektor von anderen bedeutenden europäischen Märkten?

Ehrlich gesagt, gibt es nicht so viele Unterschiede. Flexibilität, Leistungsfähigkeit, Effizienz und eine optimale Analyse des jeweiligen Anwendungsfalls sind nach wie vor die Eckpfeiler jeder Investition. Das Geschäftsszenario hier unterscheidet sich nicht von anderen, aber in letzter Zeit wird es doch unter etwas anderen Vorzeichen betrachtet. Viele unserer Kunden kalkulieren jetzt längere Amortisationszeiten mit ein, als sie es früher getan haben, und betrachten ihre Investition in einer langfristigen Perspektive. Das ermöglicht unseren Kunden die Anschaffung einer höherwertigen, effizienteren Ausrüstung und unterstützt operative Budgetierungen mit längerem Zeithorizont.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist auch für britische Kunden der Platz, der für Automatisierungsmaßnahmen zur Verfügung steht. Schuberts modularer Ansatz für seine TLM-Maschinen eignet sich ideal für die Optimierung von Anwendungen auf engem Raum.

 

Mark Stepney, Managing Director Schubert UK Limited, vor dem neuen Flowmodul, der achten Systemkomponente in Schuberts Produktportfolio, die kürzlich auf der FackPack in Nürnberg vorgestellt wurde.

 

Wie wirkt sich der Brexit derzeit auf die Branche aus?

Am bedeutendsten ist die Tatsache, dass Großbritannien zwar für den EU-Austritt gestimmt hat, aber Artikel 50 des EU-Vertrags von Lissabon noch nicht umgesetzt wurde. Diese Verzögerung bremst die Investitionsbereitschaft. Unsere Kunden zeigen eine abwartende Haltung, weil die tatsächlichen Folgen der Entscheidung noch gar nicht deutlich sind. Auch die Abschwächung des britischen Pfunds beeinflusst die Investitionskriterien, wenn der Einkauf in Euro erfolgt.

Sind mit dem Brexit auch Chancen verbunden?

Wir denken schon. Ich nenne nur mal ein mögliches Szenario. Derzeit stammen über 40 % der Produkte, die in britischen Supermärkten verkauft werden, aus der EU. Aufgrund der Abwertung des britischen Pfunds werden sich die Supermärkte notwendigerweise stärker nach geeigneten Lieferanten in Großbritannien umschauen. Diese Lieferanten wiederum werden auf eine hochflexible und effiziente Automatisierung angewiesen sein, um die neuen Anforderungen der Supermärkte meistern zu können. Und genau an diesem Punkt sieht Schubert eine enorme Chance.

Gibt es aktuelle Trends im britischen Markt, die Sie besonders hervorheben würden?

Wir haben es zu Beginn der Prozesslinie zunehmend mit Primärverpackungen zu tun. Und an dieser Stelle bietet das von Schubert entwickelte 3D-Vision-System ganz neue Möglichkeiten. Diese Technik erhöht die Leistungsfähigkeit unserer TLM-Verpackungsmaschinen – sowohl bei Pick and Place-Aufgaben als auch bei der Qualitätskontrolle.

 

„Durch die Skalierbarkeit des modularen Systems werden die tatsächlichen Gesamtbetriebskosten für eine Verpackungslinie von Schubert als gute langfristige Investition betrachtet“.

 

Wie wird Schubert im britischen Markt wahrgenommen?

Schubert gilt als High-End-/High-Cost-Anbieter moderner Hochgeschwindigkeits-Verpackungsmaschinen, der aufgrund der hochwertigen Technik und der Service-Qualität das Risiko für seine Kunden reduziert. Viele kleine bis mittlere Unternehmen hatten in der Vergangenheit den Eindruck, dass Schubert-Maschinen für sie einfach zu teuer sind. Inzwischen haben viele Firmen eingesehen, dass diese Sichtweise etwas kurzsichtig war.

Die Vorteile, die Schubert mit seiner Technologie bietet, gelten gerade für diese Anwendungen. Durch die Skalierbarkeit des modularen Systems werden die Kosten inzwischen differenzierter wahrgenommen und besser verstanden und die tatsächlichen Gesamtbetriebskosten für eine Verpackungslinie von Schubert werden als gute langfristige Investition betrachtet.

Welche Neuentwicklung von Schubert ist Ihrer Meinung nach am interessantesten für den britischen Markt und warum?

Jede einzelne Innovation von Schubert zeichnet sich durch einen bedeutenden Vorteil für den Markt aus. Das Transmodul hat unseren Ansatz im Verpackungsmaschinendesign revolutioniert, weil es den Zugang zu Märkten eröffnet, die ansonsten unerreichbar geblieben wären. Unser Transportroboter ermöglicht programmierbare Produktbewegungen und Verpackungsabläufe mit unseren Maschinen – und spielt seine Stärken besonders dann voll aus, wenn ein sensibles oder instabiles Produkt zu verpacken ist.

Mit der Möglichkeit, einen getakteten oder kontinuierlichen Bewegungsmodus je nach Bedarf auszuwählen, erhalten die Kunden volle Flexibilität für die meisten Anwendungen. Als „dienstälteste“ unserer jüngeren Neuerungen konnte mit dem Transmodul bewiesen werden, dass eine Automatisierung auch in Bereichen möglich ist, in denen sie in der Vergangenheit nicht machbar gewesen wäre. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass das Transmodul bis heute die Innovation mit den meisten Vorteilen für unsere Kunden ist.

 

Wie zahlt sich die Wirtschaftlichkeit von Schuberts Maschinen in der ökonomischen Bilanz der Kunden aus?

Die Kosten für eine solche Maschine dürfen nicht ausschließlich als Investitionsaufwand betrachtet werden. Wer die Investition in eine Verpackungsmaschine plant, sollte auch die vielen anderen Facetten berücksichtigen, die von Bedeutung sind. Hier fallen die wirklichen Vorteile einer Lösung von Schubert für die Kunden an. Hochwertiges Design und hohe Fertigungsqualität, die auf jahrzehntelange Erfahrungen und Innovationsstärke zurückgreifen, schaffen die Voraussetzung für geringes Risiko, hohe Leistungsfähigkeit und hohe Effizienz.

 

 

Wenn man Ihren beruflichen Werdegang betrachtet, scheint Service für Sie immer eine entscheidende Rolle gespielt zu haben. Welchen Stellenwert hat der Kundenservice bei Schubert?

Wenn man erstklassige Maschinen anbietet, die mindestens 20 Jahre laufen sollen, funktioniert das nur, wenn man die Kunden auch durch einen erstklassigen Service unterstützt. Sonst wäre der Begriff „erstklassig“ nicht angemessen. Die Philosophie unserer Service-Abteilung ist von dem Bestreben geprägt, eine außerordentlich hohe Service-Qualität anzubieten und langfristige Kundenbeziehungen zu pflegen. Deshalb haben wir auch zahlreiche Software- und Fernwartungslösungen entwickelt, die dafür sorgen, dass unsere Kunden so schnell und effektiv wie möglich von unserem Support profitieren. Schubert investiert kontinuierlich in erheblichem Umfang in lokale Servicelösungen, die durch die Fachkompetenz und die Ressourcen in der Unternehmenszentrale unterstützt werden.

Vielen Dank, Mark Stepney für das Gespräch!

 

 

 

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