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Der Visionär im Verpackungsmaschinenbau feiert 50 Jahre Zukunft

Mit der frühen Entwicklung der digitalen Verpackungsmaschinen mit standardisierten Baugruppen hat sich Schubert einen Wettbewerbsvorteil gesichert, der bis heute anhält. Den Grundstein hat Gerhard Schubert vor 50 Jahren gelegt.

Die Erfolgsgeschichte von Schubert begann in den 1960er Jahren mit der anfangs noch belächelten Idee, eine Verpackungsmaschine mit Hilfe von Standardkomponenten zu bauen, aus denen je nach Aufgabe die passende Linie zusammengestellt werden kann. Um seine Vorstellung zu verwirklichen, gründete Gerhard Schubert 1966 die Gerhard Schubert GmbH und startete im gleichen Jahr mit dem Bau der ersten Schachtelaufrichte- und Klebemaschine (SKA), die beim Traditionsunternehmen Weiss aus Nürnberg die weltweit bekannten Lebkuchen verpackte.

Schon in den folgenden Jahren entwickelte der Unternehmer die erste Baukastenmaschine SSB (Schubert-Sondermaschinen-Baukasten) zum Befüllen und Verschließen von Schachteln per Top-Loading. Aus verschiedenen mechanischen Baugruppen konnte je nach Aufgabenstellung die passende Linie zusammenstellt werden.

Rechts: Die erste Maschine der Gerhard Schubert GmbH 1966: Die Schachtel-Aufrichte und Klebemaschine SKA.

Mitte: Mit dem Roboter SNC-F2 revolutionierte Schubert 1985 den Verpackungsmaschinenbau.

Links: Roby, der ersten Verpackungsroboter der Welt.

Der Mensch als Vorbild – Roboter im Einsatz
In den 1970er Jahren überlegte Gerhard Schubert bereits, wie er mithilfe von Robotik eine maximale Flexibilisierung der Verpackungsvorgänge erzielen könnte. Die Grundidee seiner Vision war einfach: Die Natur des Menschen sollte als perfektes Vorbild für seine Verpackungsmaschinen dienen. „Ich habe mich irgendwann gefragt, was das Flexibelste ist, das die Natur hervorgebracht hat? Es ist der Mensch“, sagt Gerhard Schubert. „Ich wollte daher eine Maschine entwickeln, die entsprechend der menschlichen Prinzipien aufgebaut ist: simple Mechanik, eine hohe Intelligenz und der Einsatz von Werkzeugen. Also haben wir unsere Maschinen danach aufgebaut.“

Das serienreife Ergebnis dieser Überlegungen stellte Schubert 1981 auf der Interpack vor: ROBY, der erste Verpackungsroboter. Dieser Roboter verfügte über ein frei programmierbares Einlegeaggregat und platzierte stückige Produkte wie Pralinen von einem Zubringerband oder aus einem Magazin in eine Schachtel oder ein Kunststofftray. Den großen Durchbruch mit den roboterbasierten Verpackungsmaschinen erzielte Schubert mit der Entwicklung des Pick-and-Place-Roboters SNC-F2, der auf der Interpack 1987 Premiere feierte.

Auf der gleichen Messe präsentierte Schubert seine erste Pralinenpackstraße: die „Schubert Speedline“, ausgestattet mit dem ersten Schubert-Roboter für die optische Bilderkennung. Die technische Kompetenz für die optische Bildverarbeitung holte sich Schubert Experten für den Aufbau einer eigenen Entwicklungsabteilung ins Haus. Seither gehört das Unternehmen auch in diesem Bereich zu den Vorreitern und hat mit der Marktreife des 3D-Scanners jüngst einen neuen Höhepunkt erreicht. Der 3D-Scanner erkennt neben der Oberfläche auch das Volumen und steigert damit die Leistungsmöglichkeiten im Packprozess sowohl beim Pick-und-Place-Vorgang als auch bei der Qualitätskontrolle.

Links: In Zusammenarbeit mit dem Kernforschungszentrum Karlsruhe entwickelte Schubert 1984 das programmgesteuerte Schubert-Bildanalyse-System, das beim Verpacken von Kleinteilen, wie z. B. Pralinen, ungeordnete Objekte auf dem Fließband erkennen sowie ihre Positionen und Drehlage bestimmen konnte.

Rechts: Mit dem 3D-Scanner bot Schubert 2014 als weltweit erster Hersteller seinen Kunden die Möglichkeit, ein 3D-Bild der Produkte zu erstellen und ermöglichte damit das räumliche Sehen.

 

Maschinenintelligenz und vernetzte Produktion
1996 brachte das Unternehmen mit der kontinuierlich arbeitenden Pickerlinie F-44 die erste Maschine mit einer intelligenten Steuerung auf den Markt. Die Verpackungsmaschinensteuerung VMS schaffte die Voraussetzungen für einen einfachen Maschinenaufbau mit einer reduzierten Anzahl an mechanischen Bauteilen, die zur Entwicklung der heutigen modularen Teilmaschinen führte.

Die sieben Grundmodule ermöglichen heute einen flexiblen Maschinenaufbau, in dem alle Funktionen wie Zuführen, Aufrichten, Füllen, Verdeckeln/Verschließen, Etikettieren, Kennzeichnen und Palettieren vereinigt werden können. Basis der TLM-Maschinen bilden neben der VMS-Steuerung die Zwei-, Drei- und Vier-Achs-Roboter, Bilderkennungssysteme sowie die zuletzt eingeführte Standardkomponente, das Transmodul. Durch diesen schienenbasierte Roboter können Transportaufgaben deutlich effizienter gestaltet werden. Gleichzeitig hat das Transmodul die Kompaktheit der TLM-Anlagen weiter erhöht.

„Unser Ziel ist es, intelligente Software und reduzierte Mechanik zu kombinieren und gleichzeitig die Flexibilität kontinuierlich weiter zu steigern“, erklärt Ralf Schubert, der seit 2012 gemeinsam mit Vater Gerhard und Bruder Gerald Schubert sowie Peter Gabriel die Geschäfte bei Schubert führt. Diesem Grundsatz folgend, präsentierte Schubert auf der Interpack 2014 die Verpackungsmaschine ohne Schaltschrank. Da die Servoverstärker dieser Maschine innerhalb einer dezentralen Steuerungsarchitektur zum TLM-Roboter gehören, benötigen sie keinen Schaltschrank mehr. Die Anzahl der elektronischen Teile konnte erheblich reduziert werden.

Die Technologie von morgen schon heute im Blick

Bis 2020 will das Unternehmen den Anteil an gefertigten Teilmaschinen jährlich von heute rund 650 auf 1.000 steigern. Eine wichtige Grundvoraussetzung hierfür schuf Schubert mit der Inbetriebnahme seiner neuen Montagehalle im Oktober 2015.

„Wir verstehen uns nach wie vor als Vorreiter im Verpackungsmaschinenbau und werden auch künftig Maßstäbe in der Branche setzen. Auch in diesem Jahr kann die Branche von uns zukunftsweisende Innovationen erwarten“, resümiert Gerald Schubert.

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